Der Prediger Salomo hat mit seinen Worten schon ganz Recht: „Alles hat seine Zeit!“ Es sind ganz einfache Worte, die für mich so viel aussagen. Besonders in der aktuellen Zeit des Wartens auf Jesu Geburt: Die Adventszeit.

Ich merke, dass es mir immer schwerer fällt, mich auf dieses Warten einzulassen. Denn ruhiges und gemütliches Zusammensitzen, bei einer Tasse Tee und ein paar Plätzchen, ist eine Seltenheit geworden, leider. Ich kann den Advent nicht mehr richtig wahrnehmen. Das liegt zum einen an dem ganzen Trubel, der in den Städten herrscht und zum anderen daran, dass Weihnachten schon im September mit Schokoladenweihnachtsmänner im Supermarkt zusammen mit Lebkuchen, Butter- und Marzipanstollen eingeläutet wird.

„Alles hat seine Zeit“ und es sind dann noch drei Monate bis Weihnachten, drei Monate, in denen eigentlich Zeit für so viel anderes ist! Ähnlich wie mit den Süßigkeiten, geht es mir bei der Werbung im Fernsehen und den Angeboten im Einzelhandel allgemein. Schon Anfang November will mir jeder in der Stadt Geschenke andrehen. So oft, dass ich schon das Verlangen verspürt habe, zu den Verkäuferinnen und Verkäufern zu gehen, sie zu schütteln und zu sagen „Hallo?! Wir haben Anfang November! Weihnachten ist noch so weit weg!“ Aber natürlich reiße ich mich zusammen.

„Alles hat seine Zeit“ und das Warten auf Weihnachten, was vorher vier Wochen lang war, wird immer weiter ausgedehnt. Wer will schon mit der Eröffnung der Weihnachtsmärkte bis zum ersten Advent warten?

Ich! Ich will warten. „Alles hat seine Zeit“ und vor dem ersten Advent esse ich keine Plätzchen, hänge ich keine Dekoration auf und spiele keine Adventsmusik. Ich habe das mal so gelernt, vor dem ersten Advent bereitet man sich nicht auf Weihnachten vor. Ich finde das auch ganz sinnvoll, immerhin begehen wir eine Woche vorher noch den Ewigkeitssonntag und beenden das alte Kirchenjahr. Und dann, und auch erst dann starte ich in ein neues Kirchenjahr mit der frohen Erwartung auf das, was kommen mag.

Die Adventszeit ist für mich die Zeit der Vorfreude und die Zeit der Besinnung. Sich im Hier und Jetzt befinden und sich die Augenblicke nehmen und zur Ruhe kommen. Ich wünsche mir, dass ich in diesem Jahr die Zeit finde und des Öfteren eine Tasse Tee trinken kann, gemeinsam mit Freunden und Familie und wir uns auf Weihnachten freuen können und auf die Adventszeit besinnen können. Denn es gibt eine Zeit fürs Aufbrechen, aber es gibt auch eine Zeit fürs Warten.