Ich freue mich, mit diesem Beitrag das neue Projekt 1711 von Ruach.jetzt einzuweihen. Bevor ich die inhaltlichen Schwerpunkte von 1711 darlege, möchte ich noch ein paar Worte über die Namensbedeutung und die Entstehungsgeschichte erzählen.

Den Anstoß für das Projekt 1711 gab das interkonfessionelle Seminar der Theologischen Fakultät Trier (mit Prof. Schneider & Prof. Dannecker), der Universität Kiel (mit Prof. Müller) und der Universität Greifswald (mit Prof. Kunz) zum Thema: „Brennpunkte des Christentums – Von der Messe bis zum Politischen Nachtgebet. Gottesdienste in frömmigkeits- und liturgiegeschichtlicher Perspektive von der Spätantike bis zur Gegenwart“. Bei der Zusammenarbeit wurde schnell klar: Eigentlich wissen wir von der Theologie der anderen Konfession ziemlich wenig. Ich muss es zugeben: Ich kenne von Schleiermacher gar nichts und von Bultmann und Barth nur die Punkte, die es aus katholischer Sicht zu kritisieren gilt. Bei mir entstand der Wunsch, Einblick in die andere Theologie zu bekommen und zwar von den Menschen, die es persönlich betrifft.

1711 verweist mit seinem Namen auf Johannes 17,11 „Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.“ Dieses Projekt steht im Dienst der Ökumene. Im Ringen um ein theologisches Erschließen der Offenbarung Gottes und möglichen Zugängen. Es geht um das gegenseitige Verstehen auf Basis von Beiträgen aus erster Hand. Das Blog hat zum Ziel, den Austausch untereinander zu fördern. Herauszubekommen, was die jeweils anderen Konfessionen glauben. Ohne einen theoretischen Vortrag, sondern durch die eigene Erzählung. Durch das Berichten von denen, die es wirklich betrifft. Kein übereinander reden, sondern ein dem anderen Zuhören.

1711 betreibt Theologie aus der Ich-Perspektive. In diesem Blog stehen die Autoren für ihre Position und Theologie ein. Hier geht es nicht um ausdifferenzierte, abgewogene Vorträge, die eine dogmatische Idealtheologie widerspiegeln. Hier geht es um Standpunkte und eine Ich-Perspektive, die zwangsläufig einem Ideal widerspricht, weil sie subjektiv ist. Denn so ist eben das Leben: Kein Mensch der Welt kann alles in sich vereinen. Das wirklich spannende ist doch: „Warum übernimmt dieser Autor/ diese Autorin jene Theologie für sich?“ Die Theologie aus der Ich-Perspektive sorgt dafür, dass die Theologie nicht irrelevant für das Leben wird. Der Härtetest für jede Theorie ist die Praxis.

… und wie läuft das hier?

Das feste Autorenteam von 1711 garantiert jeden Monat am 1. und am 3. Samstag einen Artikel. Zusätzlich bieten wir die Möglichkeit für freie Autoren, einen Artikel einzusenden, mit dem Ziel, jeden Samstag etwas Neues publizieren zu können.

Wenn Sie Student*in der Theologie oder Theolog*in sind und gerne bei uns publizieren möchten, schauen Sie am Besten auf unserer Mitmach-Seite vorbei.